Die Wunschplatane

Manchmal muss die Fremde für alle Probleme herhalten. Manchmal wird der eigene Sohn zum Fremden in der Fremde. Und manchmal bringt die Fremde Menschen dazu, über sich selbst hinauszuwachsen.

„Eigentlich hätten wir das Dorf aus dem Kopf jagen sollen, als uns die Hunde bei unserem Besuch dort nicht wiedererkannten. Wir haben das aber verpasst!“ Narin und Safir verbringen ihre Ferien zum ersten Mal nicht im Dorf, sondern an anderen Ortschaften in der Türkei, wie Touristen. Die Sorge um ihren Sohn Beyto und auch die Scham treibt sie um. Vor der Wunschplatane legt Safir seine Handfläche auf den Stamm und flüstert ihr seine Wünsche zu, Narin bindet vier farbige Bändchen daran. Sie wünschen sich, dass ihr Sohn Beyto zurückkommt.

Von all dem weiss der namenlose Schriftsteller und Ich-Erzähler nichts, als er ins Städtchen kommt, wo Safir und Narin ein Döner-Restaurant führen. Der Schriftsteller soll dort eine Schulklasse eine Woche lang in kreativem Schreiben unterrichten. Safir und der Schriftsteller freunden sich an. In ihren Gesprächen kommen sie den persönlichen Themen, jenen Themen, die Wunden hinterlassen haben, immer näher. So erfährt der Ich-Erzähler, dass Beyto mit seiner Cousine im Dorf verheiratet wurde und nach London geflohen ist, weil er homosexuell ist. Erst im Laufe der Geschichte macht Safir einen Wandel durch, er kann seinen Sohn loslassen und kommt ihm dadurch wieder näher.

Yusuf Yeşilöz schreibt mit „Die Wunschplatane“ an seinem Roman „Hochzeitsflug“ weiter. Im aktuellen Roman nimmt er die Perspektive der verunsicherten Eltern ein und zeigt, dass Liebe auch scheinbar unüberwindbare Ansichten und Traditionen brechen kann.

 

 https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/822-die-wunschplatane.html

Die Wunschplatane, Pressestimmen

"Yesilöz ist ein warmherziger Geschichtenerzähler, der in wenigen Worten eine ganze Welt entstehen lassen kann. Scharf, aber auch humorvoll ist sein Blick auf eine Schweiz, in der das Fremde längst seinen gebührenden Platz eingenommen hat.", Wolfgang Bortlik, 20Minuten

"Die traditionelle Familienvorstellung, von der die Eltern nie ganz loskommen, verbindet sich im Kontext des Romans mit dem unfassenderen Wunsch nach Geborgenheit in heilen Beziehungen, den alle Figuren in der einen oder anderen Weise in sich tragen. In dem er das Leben und die Welt vorurteilsfrei beschreibt, gelingt es Yesilöz, diesen Wunsch auf eine indirekte Weise darzustellen, ohne jemals ins Moralisieren zu verfallen oder zu sagen, wie es „richtig“ zu sein hätte." , Helmut Dworschak, Lanbote

"Homophobie ist verlernbar Der Winterthurer Schriftsteller erkundet in seinem neuen Roman die Seelennöte eines Kebabladen-Besitzers, der sich mit der Homosexualität seines Sohnes abfinden muss. In der Erzählung kommen Fiktion und Realität zusammen wie Regen- und Quellwasser in einem Bach. Und am Ende zählt nur eines: dass das Wasser fliesst.", Manuel Müller, NZZ

In 'Die Wunschplatane' ist der Kebabimbiss auch ein Ort der Geständnisse und eines menschenfreundlich aufgeklärten Humors. Man sagt es gerne: In dieser Literatur fühlt man sich sofort wohl. Auch weil man mit den Figuren über das Tragische und Lächerliche im Leben mitlachen kann. (...) Wer die satirischen Szenen, die augenzwinkernden Anekdoten und die befreiende Kraft des Humors schätzt, ist bei diesem Roman sehr gut bedient.“, Hansruedi Kugler, Luzerner Zeitung, St.Galler Tagblatt

 "Eine äusserst empfehlenswerte Erzählung für alle Bibliotheken.",  ekz Bibliotheksservice

 "...Ich habe mich allerbestens vergnügt beim Lesen dieses wundervollen Romans dieses famosen Erzählers. Yusuf Yeşilöz schreibt humorvoll, zuweilen sehr ironisch, auch was seine Wurzeln angeht, aber immer mit einer grossen Liebe und Achtsamkeit gegenüber seinen Protagonisten.", Manuela Hofstaetter, lesefieber.ch

"In einer Schweizer Kleinstadt rotiert nicht nur der Bratspiess, sondern auch das Karusell von Geschichten, die das Leben schreibt.", Reformiert


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