Sulukule in Istanbul, ein Film von Yusuf Yesilöz

Seit 1000 Jahren leben und musizieren Roma hier in Istanbul. Sie spielten vor römischen Kaisern genauso wie später am Hofe des Sultans. Sie schlugen ihre Zelte auf, da war Istanbul noch nicht türkisch.

Istanbul, die grösste Stadt der Türkei, liegt auf zwei Kontinenten. Auf dem Stadtgebiet leben rund fünfzehn Millionen Menschen. Die Stadt wurde in ihrer Geschichte von der christlichen und später islamischen Religion geprägt. Istanbul zeichnete sich durch ethnische und kulturelle Vielfalt aus.

Ursprünglich wurden die Roma von muslimischen Nomadenstämmen aus Indien als Sklaven nach Anatolien gebracht. Einige flohen in das byzantinische Konstantinopel und ließen sich am Rande der Stadtmauer nieder. Nach der Eroberung durch die Türken im Jahr 1453, die die Stadt nun Istanbul nennen, integrierten die Roma sich schnell. Sie wurden als Handwerker, Musiker und Akrobaten ein fester Bestandteil der osmanischen Stadtkultur.

Sulukule ist einer der ältesten Orte weltweit, an denen Roma sesshaft wurden. Von dort schwärmten die Roma aus nach Europa. Heute haben die Roma das Pech, in einer besonders attraktiven Gegend Istanbuls zu leben. Zudem haben die Forschungsinstitute herausgefunden, dass das Viertel eines der erdbebensichersten Gebiete der Stadt ist. Der Stadtteil Fatih, zu dem Sulukule wie der größte Teil der historischen Halbinsel gehört, hat sich seit den Siebzigerjahren zum bevorzugten Wohngebiet der frommen Muslime entwickelt. Jetzt soll Sulukule ganz verschwinden.

 


 

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