Yusuf Yeşilöz: Hochzeitsflug. Roman

Als Beyto mit seinen Eltern das Flugzeug besteigt, um seine Verwandten im tscherkessischen Dorf in der TürkeiAm Handweiser Berg 9 zu besuchen, freut er sich, die Freunde aus der Kindheit wiederzusehen, obwohl ihm die Trennung von seinem heimlichen Geliebten Manuel nicht leichtfällt. Umso größer ist sein Schock, als er überraschend mit seiner Cousine Sahar verheiratet wird.

Pressestimmen zu Hochzeitsflug (Auswahl)

«Mit viel Einfühlungsvermögen und erzählerischer Anschaulichkeit gestaltet Yesilöz seinen Stoff. Bald zügig und nüchtern, bald etwas ausschweifender entwickelt er die Handlung bis er seinen Helden in die Ausweglosigkeit geführt hat. Wie er das Tempo seiner Erzählung zu variieren weiss, so moduliert Yesilöz auch die Tonlage: In die lakonische Sachlichkeit setzt er als Farbtupfer teils kühn gewagte, teils symbolisch aufgeladene Sprachbilder. Sein Mitgefühl verteilt er derweil unter die Figuren: Weder die der Tradition verpflichteten Eltern noch Beytos verständnisloser Freund werden blossgestellt. Sie alle finden sich wieder als überforderte Beteiligte in einem unlösbaren Konflikt. Ihr Dilemma stellt Yesilöz anrührend und anschaulich dar.» Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

«Es gelingt Yesilöz die Leser in dem Dazwischen zu fangen, in dem Beyto selbst gefangen ist: zwischen den eigenen Wünschen und dem Verständnis für die anderen.» Saiten. Ostschweizer Kulturmagazin

«Der Autor bleibt ganz nah an Beyto, sogar Wortwahl und Tonfall der Romansprache sind von seinem Mund abgeschaut. Das verleiht dem Buch eine Glaubwürdigkeit, die der Autor seinen realen Vorbildern unter den Kindern von Migrantenfamilien schuldet.» Anna Wegelin, WochenZeitung WoZ

«Migration taucht im Werk von Yusuf Yesilöz immer wieder auf. Das hat mit seiner Biografie zu tun. 1964 in einem kurdischen Dorf geboren, kam er 1987 in die Schweiz. Heute lebt er als Autor und Journalist mit seiner Familie in Winterthur. «Hochzeitsflug», der Titel seines neuen Romans, lässt uns ahnen, was den Helden bei seinem Flug in die Heimat erwartet. Nicht nur seine Freunde, die wiederzusehen Beyto sich freut, sondern auch eine Verheiratung. Die Cousine Sarah ist die Vorausbestimmte. Was niemand weiss und Beyto eisern verschweigt: Er ist schwul. Die Folgen sind absehbar. Weil er sich nicht outen kann, verliert Beyto den Freund. Retten kann er sich nur durch die Flucht nach England, wo er sich nach und nach wiederfindet. Homosexualität und Zwangsehe sind die Themen, die Yesilöz zu einer reichen Geschichte bündelt, deren Kern wir jedoch zu kennen glauben.» Aargauer Zeitung

«‹Hochzeitsflug› ist ein Muss für Reisefreudige: Man reist mit diesem Buch in einen Familienkosmos, in dem wie in jeder Familie ausgesprochene und unausgesprochene Rituale gepflegt werden. Yesilöz schreibt Kopfkino vom Feinsten.» Tanja Kummer, Radio DRS

«Yesilöz zeigt in seinen Werken stets beide Seiten: In einfacher, aber bildreicher Sprache schildert er das Eingebettetsein in der dörflichen Kultur mit ihren Ritualen genauso wie die Nöte solcher, die aus der Konvention ausbrechen.» Kulturtipp

«Yesilöz schreibt diesmal wieder in einer wunderbaren Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, mit Wohlwollen und Augenzwinkern. Er schildert den schwierigen Weg zwischen verschiedenen Kulturen und auch verschiednen Lebensentwürfen. - Lesenswert.» EKZ Bibliotheksservice

«Mit ‹Hochzeitsflug› ist dem 47jährigen Autor ein Roman gelungen, der präzise aufzeigt, wie Homophobie und Zwangsheirat alle Beteiligten ins Unglück reißt. Kann der Ehrenkodex erst überwunden werden, wenn sich (schwule) Migranten-Söhne emanzipieren und sich der Realität stellen wie es am Schluss des Romans heißt? Klar ist: Es geht nicht ohne Auseinandersetzung und Kampf. Und es bedarf viel Mut Mut von vielen!» queer.de


zurück