E-Mail an Yusuf Yesilöz

Der aktuelle Dokumentarfilm

 Der Kraftakt

  • Jugendliche aus fremdsprachigen Familien wollen ans Gymi

  • Erste Ausstrahlung:

    • Donnerstag, 15. Juni 2017, 20:05 Uhr, SRF 1

    • Wiederholung:

    • Freitag, 16. Juni 2017, 1:20 Uhr, SRF 1

    • Freitag, 16. Juni 2017, 11:15 Uhr, SRF 1

Der Kraftakt

An Schweizer Gymnasien stammen weniger als zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler aus fremdsprachigen Familien. Das Projekt ChagALL des Gymnasiums Unterstrass in Zürich bereitet Jugendliche mit Migrationshintergrund auf die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium vor.

Ein Film von Yusuf Yeşilöz

Die einen wurden hier geboren, die anderen kamen mit ihren Eltern in die Schweiz. Die Jugendlichen, die im Film porträtiert werden, stammen aus den verschiedensten Ländern: Somalia, Afghanistan und Sri Lanka zum Beispiel, aber auch Auslandschweizer befinden sich darunter. Die Gründe, weshalb der Nachwuchs der zugewanderten Familien in den höheren Bildungsstätten stark untervertreten ist, sind vielfältig: besonders ausschlaggebend sind die fehlende fachliche Unterstützung der Eltern und die mit dem familiären Hintergrund einhergehende Sprachbarriere. Wegen der hohen sozialen Selektivität der Schulen werden laut Schweizer Fachleuten, Migrantenkinder und -jugendliche in der Schweiz in unterschiedlichem Ausmass systematisch benachteiligt. Auch in den Sekundarschulen oder Realschulen würden sie durch die Lehrpersonen, oftmals auch unbewusst, tiefer beurteilt.

Das Gymnasium Unterstrass in Zürich hat vor rund zehn Jahren das Projekt «ChagALL» (Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn) lanciert. Begabte Jugendliche von Migrantenfamilien mit niedrigen Einkommen werden in diesem Programm auf die Prüfung für die Mittelschule vorbereitet. Falls ihnen der Eintritt ins Gymnasium gelingt, werden sie auch während ihrer Zeit im Gymnasium fachlich unterstützt.

Dokumentarfilmer Yusuf Yeşilöz begleitet in seinem neuen Film eine Gruppe solcher Jugendlichen während acht Monaten auf dem Weg zur Gymiprüfung. Zusätzlich zur Sekundarschule besuchen die Schülerinnen und Schüler am Mittwochnachmittag und am Samstagvormittag sechs Stunden den Vorbereitungskurs für die Gymiprüfung. Ebenfalls kommen noch einige Stunden zusätzlich Hausaufgaben hinzu. Nicht selten führt diese Doppelbelastung mit der Zeit zu einer Schwächung der Motivation. Deshalb begleitet die Chagall-Leitung die Schüler sehr eng, führt individuelle Gespräche mit ihnen und versucht herauszufinden, wo der Schuh drückt.

Im Durchschnitt der letzten Jahre haben rund siebzig Prozent der Jugendlichen bei ChagALL ihr Ziel erreicht. Für diesen einzigartigen Erfolg ist in erster Linie der starke Wille der Schülerinnen und Schüler ausschlaggebend. Sie zeigen eine grosse Bereitschaft, ihre Freizeit zu opfern. Das gemeinsame Lernen und die Gruppendynamik motivieren sie zusätzlich. Der Zusatzunterricht bietet ihnen gute Voraussetzungen, ihre Defizite aufzuholen. Die Lernenden haben ein klares Ziel vor Augen: eine höhere Bildung. Und sie wissen, dass dies ohne einen grossen Sonderaufwand nicht möglich ist.

 

Der Wille zum Mitgestalten

Der Wille 500von Yusuf Yesilöz

Erste Ausstrahlung am 21. Oktober 2015 um 22.55 auf SRF 1.

http://www.srf.ch/sendungen/dok/der-wille-zum-mitgestalten

DVD, CHF 24.00
bestellen bei yyz@bluewin.ch

Der Film «Der Wille zum Mitgestalten» erzählt von Migrantinnen und Migranten, die sich mit Elan in der Schweizer Politik engagieren. Er zeigt den biographischen und politischen Werdegang dieser Politikerinnen und Politiker.

Die einen kamen schon als Kinder in die Schweiz und mussten miterleben, wie die hiesige politische und soziale Entwicklung an ihren Eltern vorbei geschieht. Die anderen kamen als Erwachsene mit einem Rucksack von Lebenserfahrung aus ihren Herkunftsländern. Gemeinsam ist ihnen der starke Wunsch, sich in die politische Auseinandersetzung einzubringen.
Immer mehr Migrantinnen und Migranten engagieren sich in der Schweizer Politik. Von den Wahllisten sind ausländisch klingende Namen nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie in vielen Fällen nur als Listenfüller aufgeführt sind. Sie sind Brückenbauer: Sie kamen als Kinder oder junge Erwachsene in die Schweiz und kennen die hiesige Politiklandschaft gut. Sie sind mit den Lebensgeschichten der Migranten bestens vertraut und können deshalb in der Integrationsdiskussion zur Klärung beitragen. Manchmal ist der Mangel an Sprachkenntnissen ein Stolperstein aber keinesfalls lassen sie sich in eine Ecke abdrängen. Die eigenen Landsleute für die hiesige Politik zu interessieren, bleibt eine grosse Herausforderung.
Der eigene kulturelle Hintergrund und die Erfahrungen in zwei Welten stellen in ihrer politischen Arbeit grosse Vorteile dar. Schriftsteller und Dokumentarfilmer Yusuf Yeşilöz begleitet in seinem neuen Dokumentarfilm Sibel Arslan, Rupan Sivaganesan, Haşim Sancar und Yvette Estermann, Politiker, die aus unterschiedlichen Ländern in die Schweiz eingereist sind und verschiedenen Parteien angehören.
Er geht mit ihnen der Frage nach, welche Herausforderungen sich den emigrierten Personen stellen. Seine Protagonisten wurden auf Anhieb mit einem guten Resultat gewählt - sehr zur Überraschung für sie selber und ihrer Partei. Zuerst zwar unerfahren, wuchsen sie bald in die politische Auseinandersetzung hinein. Sie erhalten Stimmen quer durch die verschiedenen Parteien hindurch. Das Schubladisieren legt ihnen Steine in den Weg. Trotzdem sind sie seit vielen Jahren aktiv mit dabei und hegen Ambitionen für weitere politische Ämter. Ihren Migrationshintergrund betrachten sie als Chance und als neue Ressourcen für die Schweizer Politik.


Aktuelle Buchveröffentlichung

Soraja, Roman, 224 Seiten, erschienen 2014 im Limmat Verlag Zürich.

9783857917349 - Kopie

Eine Liebe, zwei Welten. Ein ‹unerlaubtes› Paar zwischen Tradition und Moderne

Der Mathematiker Ferhad, 48, unverheiratet, beschliesst nach 24 Jahren in einer überschaubaren Schweizer Stadt, nach Ankara zu ziehen. Seine grosse Liebe Soraja, die er einst zwei Jahre lang heimlich traf, durfte er nicht heiraten, weil er vierzehn Jahre älter war als sie und nicht fromm. Auch zu dunkelhäutig, ein Erbe seiner Mutter, die von kenianischen Sklaven abstammte. Soraja ist Pharmazeutin geworden und leitet in der Stadt eine Apotheke. Damals hatte sie überstürzt den neureichen und gläubigen Murad geheiratet, der ihren Eltern genehm war. Die Ehe wurde ihr zur Qual, die fromme Muslimin Soraja orientiert sich an westlichen Werten, Murad bleibt den Vorstellungen seines anatolischen Heimatdorfes verhaftet. Aber sich aus der unglücklichen Ehe zu befreien, wagt sie nicht. Dann trifft sie ihre alte Liebe Ferhad. Einfühlsam und humorvoll zugleich erzählt Yusuf Yesilöz aus dem Leben zweier Menschen zwischen traditionellen Wertvorstellungen und ihrer Liebe.

Pressestimmen zu Soraja

«Souverän legt Yusuf Yesilöz einen Erzählteppich aus, ein buntes Muster von liebevollen, skurrilen, schmerzlichen und sehr lustigen Begegnungen. Und so besiedeln Yesilöz und sein Protagonist Ferhad einen offenen Kontinent utopischer Heimat in tausendundeiner Geschichte.» Neue Zürcher Zeitung

«Von Liebenden im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen und Wertvorstellungen erzählt dieser berührende Roman. Warmherzig und mit gut charakterisierten Protagonisten werde große Gefühle und zwiespältige Stimmungen beschrieben, das Dilemma zwischen Herkunft, Traditionen und modernem westlichem Denken in die Geschichte eingebracht.» Rundschau Luzern

«Ein eindrücklicher Roman über eine große Liebe, über das Leben in der Fremde, die Sehnsucht nach der alten Heimat und dem Wunsch nach Zugehörigkeit.» Luzerner Rundschau

«‹Soraja› ist ein souveränes Buch, und sein Autor erzählt Geschichten, die das Leben schreibt.» aufbruch

„Soraja“ ist auch eine Liebesgeschichte, die Geschichte einer unerfüllt gebliebenen Liebe, gescheitert wiederum an Ferhads Hautfarbe und sozialer Herkunft wie auch an seiner mangelnden Frömmigkeit. Denn Soraja, die Frau seines Herzens, kann und will sich den Erwartungen der Familie, einen religiösen Mann aus gutem Haus zu ehelichen, nicht widersetzen, obwohl sie sich in Ferhad verliebt. Yeşilöz zeichnet auch diese Figur in ihrer Zerrissenheit mit Fingerspitzengefühl.", Sabine Adatepe, in Fachmagazin für Migration und Integration

 


«Ein schmaler, aber inhaltlich gewichtiger Band.» Saiten 

bankgeheimnisYusuf Yeşilöz: Kebab zum Bankgeheimnis

Geschichten von west-östlichen Begegnungen
120 Seiten, Pappband
CHF 28.50, € 24.80
ISBN 978-3-85791-687-8

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Wer als Schweizer aussieht wie einer, der nicht von hier ist, hat es nicht ganz einfach. Klischees und Wahlplakate in den Köpfen machen vieles im Alltag zum nicht Selbstverständlichen. Ohne zu beschönigen, aber mit feinem Humor zeigt Yusuf Yesilöz die Menschen beim Üben des neuen Zusammenlebens. mehr ...

Pressestimmen zu Kebab zum Bankgeheimnis (Auswahl)

"Die zum grösseren Teil in der «WoZ» erschienenen und unter dem Titel «Kebab zum Bankgeheimnis» versammelten Texte greifen stets ein kleines Ereignis aus dem Alltag heraus und machen daran auf unterhaltsame Weise, ohne jemanden dabei übers Mass blosszustellen, etwas Exemplarisches sichtbar. Das mag im Politischen gelegentlich etwas treuherzig sein, hingegen wo sie sich des Zwischen- und Allzumenschlichen annehmen, erhalten die Texte satirische Schärfe und ironische Würze." Roman Bucheli in der NZZ

«Yesilöz versteht es, mit knappen Strichen eine spannungsgeladene Situation zu skizzieren, die nach einer Auflösung verlangt. In bester orientalischer Erzähltradition erfindet er Geschichten, die das Leben so schreiben könnte — und manchmal hat es sie auch genau so geschrieben. Yesilöz ist ein genauer Beobachter und passionierter Geschichtenerzähler.» Der Landbote

«Yesilöz ist ein wacher Beobachter, der durchaus um den Ernst der Lage weiss, klug reflektiert und über ein gut ausgebildetes Sensorium für die alltäglichen Absurditäten im Alltag der ‹west-östlichen Begegnungen› in der Schweiz verfügt. Es fällt viel leichter, einen Kebab zu essen, als das eigene Denken und Verhalten zu hinterfragen. Dabei können diese lesenswerten Kolumnen auf vergnügliche Weise helfen.» Saiten

«Diese Kurzgeschichten sind kleine Episoden von einem Schweizer, der wegen seiner mittelanatolischen Wurzeln das Glück hat, nie als Bünzlischweizer bezeichnet zu werden und das Pech, wohl niemals ganz ohne Vorurteile von anderen Eidgenossen angesehen zu werden. Aber diese Tatsachen lassen ihn herrlich direkte, couragierte Geschichten über unser schönes Land, unsere Politik und unser Zusammenleben mit anderen Kulturen verfassen.» Lesefieber

«Ganz der Yesilöz, wie wir ihn kennen, befasst er sich mit einer bildstarken und schnörkellosen Sprache mit SchweizermacherInnen, die die Gemeinschaftsgartenbenutzung nur mittwochs erlauben, oder mit Landsleuten aus der Türkei, für die erfolgreiche Integration darin besteht, dem eigenen Kebabladen einen poppigen Namen à la Burger King zu verleihen.» WOZ

«Ein sehr amüsantes Büchlein.» P.S.

«Die Texte erzählen kurze Episoden, hinter denen sich jedoch eine Menge Tiefgang verbirgt.» Deutscher Bibliotheksdienst

 


Yusuf Yeşilöz: Hochzeitsflug, Roman

yesiloez.hochzeitsflugAls Beyto mit seinen Eltern das Flugzeug besteigt, um seine Verwandten im tscherkessischen Dorf in der Türkei zu besuchen, freut er sich, die Freunde aus der Kindheit wiederzusehen, obwohl ihm die Trennung von seinem heimlichen Geliebten Manuel nicht leichtfällt. Umso größer ist sein Schock, als er überraschend mit seiner Cousine Sahar verheiratet wird.

Hochzeitsflug, 200 Seiten, gebunden, CHF 34.50, € 27.80

www.limmatverlag.ch

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Pressestimmen zu Hochzeitsflug (Auswahl)

«Mit viel Einfühlungsvermögen und erzählerischer Anschaulichkeit gestaltet Yesilöz seinen Stoff. Bald zügig und nüchtern, bald etwas ausschweifender entwickelt er die Handlung bis er seinen Helden in die Ausweglosigkeit geführt hat. Wie er das Tempo seiner Erzählung zu variieren weiss, so moduliert Yesilöz auch die Tonlage: In die lakonische Sachlichkeit setzt er als Farbtupfer teils kühn gewagte, teils symbolisch aufgeladene Sprachbilder. Sein Mitgefühl verteilt er derweil unter die Figuren: Weder die der Tradition verpflichteten Eltern noch Beytos verständnisloser Freund werden blossgestellt. Sie alle finden sich wieder als überforderte Beteiligte in einem unlösbaren Konflikt. Ihr Dilemma stellt Yesilöz anrührend und anschaulich dar.» Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

«Es gelingt Yesilöz die Leser in dem Dazwischen zu fangen, in dem Beyto selbst gefangen ist: zwischen den eigenen Wünschen und dem Verständnis für die anderen.» Saiten. Ostschweizer Kulturmagazin

«Der Autor bleibt ganz nah an Beyto, sogar Wortwahl und Tonfall der Romansprache sind von seinem Mund abgeschaut. Das verleiht dem Buch eine Glaubwürdigkeit, die der Autor seinen realen Vorbildern unter den Kindern von Migrantenfamilien schuldet.» Anna Wegelin, WochenZeitung WoZ

«Migration taucht im Werk von Yusuf Yesilöz immer wieder auf. Das hat mit seiner Biografie zu tun. 1964 in einem kurdischen Dorf geboren, kam er 1987 in die Schweiz. Heute lebt er als Autor und Journalist mit seiner Familie in Winterthur. «Hochzeitsflug», der Titel seines neuen Romans, lässt uns ahnen, was den Helden bei seinem Flug in die Heimat erwartet. Nicht nur seine Freunde, die wiederzusehen Beyto sich freut, sondern auch eine Verheiratung. Die Cousine Sarah ist die Vorausbestimmte. Was niemand weiss und Beyto eisern verschweigt: Er ist schwul. Die Folgen sind absehbar. Weil er sich nicht outen kann, verliert Beyto den Freund. Retten kann er sich nur durch die Flucht nach England, wo er sich nach und nach wiederfindet. Homosexualität und Zwangsehe sind die Themen, die Yesilöz zu einer reichen Geschichte bündelt, deren Kern wir jedoch zu kennen glauben.» Aargauer Zeitung

«‹Hochzeitsflug› ist ein Muss für Reisefreudige: Man reist mit diesem Buch in einen Familienkosmos, in dem wie in jeder Familie ausgesprochene und unausgesprochene Rituale gepflegt werden. Yesilöz schreibt Kopfkino vom Feinsten.» Tanja Kummer, Radio DRS

«Yesilöz zeigt in seinen Werken stets beide Seiten: In einfacher, aber bildreicher Sprache schildert er das Eingebettetsein in der dörflichen Kultur mit ihren Ritualen genauso wie die Nöte solcher, die aus der Konvention ausbrechen.» Kulturtipp

«Yesilöz schreibt diesmal wieder in einer wunderbaren Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, mit Wohlwollen und Augenzwinkern. Er schildert den schwierigen Weg zwischen verschiedenen Kulturen und auch verschiednen Lebensentwürfen. - Lesenswert.» EKZ Bibliotheksservice

«Mit ‹Hochzeitsflug› ist dem 47jährigen Autor ein Roman gelungen, der präzise aufzeigt, wie Homophobie und Zwangsheirat alle Beteiligten ins Unglück reißt. Kann der Ehrenkodex erst überwunden werden, wenn sich (schwule) Migranten-Söhne emanzipieren und sich der Realität stellen wie es am Schluss des Romans heißt? Klar ist: Es geht nicht ohne Auseinandersetzung und Kampf. Und es bedarf viel Mut Mut von vielen!» queer.de